50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Osnabrück

Ein Bericht von Diakon Diakon Richard Goretzka und Hermann Steinkamp

Am 19. Mai 1975 wurden im Hohen Dom zu Osnabrück die ersten 19 Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Damals gehörte das heutige Erzbistum Hamburg noch zum Bistum Osnabrück. Am 17. Mai 2025 feierten die Ständigen Diakone im Bistum Osnabrück nun ihr 50jähriges Jubiläum. Im Vorfeld wurde überlegt, wie dieses Jubiläum denn zu feiern sei.
Der leitende Gedanke war, nicht in einem bekannten Sinn diese Feier zu gestalten, Pontifikalamt, Festvortrag und gemeinsame Feier, sondern es diesmal anders zu machen.
Die Diakone wollten nicht sich feiern, sondern den Ständigen Diakonat, sein Anliegen für Kirche und Gesellschaft.
Im Raum stand bei den anfänglichen Überlegungen die Idee einer „Vesperkirche“. Eine Veranstaltung, die offen einlädt zu Gespräch, Musik, Gebet, Liturgie und einer Art gemeinschaftlichen Agapefeier. Dies sowohl zentral in Osnabrück als auch dezentral an einigen Kirchorten im Bistum. Diese Idee fand leider nicht die mehrheitliche Zustimmung, sodass nun eine kleine Vorbereitungsgruppe aus den verschiedenen Überlegungen ein Konzept für das Jubiläum entwickelte.
Die Überlegungen liefen nun auf einen Festgottesdienst mit Bischof Dr. Dominicus Meier in Verbindung mit dem Anliegen der Begegnung der Ständigen Diakone untereinander, aber auch nach außen, mit der Stadt, hinaus. Als Überschrift stand über dieses Jubiläum der Satz: „Wir feiern unseren Dienst für die Menschen.“
Und so sah der Jubiläumstag nun konkret aus:
Ab 9:30 Uhr luden drei thematische Begegnungs- und Gesprächsorte die Gäste und Diakone zum Austausch ein:
„Wozu sind wir durch die Taufe berufen?“: Der Vorbereitungsgruppe war es wichtig, die gemeinsame Berufung aller Christinnen und Christen in der Taufe zum Ausdruck zu bringen. Die persönliche Berufung des Diakons, seine Weihe und seine Sendung haben in der Taufe ihren tiefsten Grund. Kreative, kommunikative und spirituelle Impulse waren für die Gäste vorbereitet.
„Entwicklung des Diakonates im Bistum Osnabrück – Perspektiven für die Zukunft“: An diesem Begegnungsort wurde dem Rückblick und der Erinnerung Raum gegeben. Fotos und Pressemitteilungen aus der Geschichte der Diakone im Bistum seit 1975 wurden gezeigt. Aber auch der Ausblick in die Zukunft sollte Platz haben: Vertreterinnen des „Netzwerkes Diakonat der Frau“ waren eingeladen, erzählten von ihrem Ausbildungsweg und reihten sich mit ihren Erfahrungen ein in die Berufungsgeschichten der Männer.
„Weihe: Zusage und Versprechen“: Die Teilnehmenden waren hier zum geistlichen Erfahrungsaustausch eingeladen. Zentrale Texte der Weiheliturgie waren gut lesbar präsentiert; persönliche Gedanken konnten notiert und auf eine Stellwand geheftet werden.
Nach einer Einstimmung mit Stille und Musik folgte um 11:00 Uhr der Festgottesdienst mit Bischof Dominicus. Sprecher und stellvertretender Sprecher begrüßten die Diakone und die Gäste, der Bischof eröffnete die Feier und legte in einer herausfordernden Predigt die Texte des Tages aus: Apg 13, 44-52 („Wir wenden uns jetzt an die Heiden.“) und Joh 14, 7-14 („Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“).
Für den Gesang waren eher zeitgenössischer Lieder aus dem Gotteslob ausgewählt, das meditative Spiel der Oboe nach der Predigt lud zur Besinnung ein und der Klang der Orgel unterstrich den festlichen Charakter der Eucharistiefeier.
Im Anschluss wurde ein einfaches, sehr ansprechend hergerichtetes, köstliches Mittagessen, gereicht. Zwei Suppen, Desserts in mehreren Variationen und ein guter Kaffee erfreute die Gäste und trug bei zur gelösten Festtagsstimmung.
Ab 13:00 Uhr präsentierten Diakone im Zivilberuf und Diakone im Hauptberuf ihren Dienst in Gemeinden und Institutionen (Fahrradwerkstatt in der Pfarrei, Notfallseelsorge, Seelsorge in der freiwilligen Feuerwehr, in Schule, Justizvollzugsanstalt, Krankenhaus und Polizei). Passanten waren in der Osnabrücker Innenstadt mit Handzetteln auf das Angebot aufmerksam gemacht worden.
Damit endete das Jubiläum zum fünfzigsten Jahrestag der Weihe der ersten Ständigen Diakone im Bistum Osnabrück. Der letzte im Bistum noch lebende Diakon des Weihejahrgangs 1975 war im Januar leider verstorben. Es war insgesamt ein harmonischer Tag mit etwa hundert Diakonen, Ehefrauen und Gästen. Der Tag entsprach in vielerlei Hinsicht der realen Situation des diözesanen Diakonenkollegiums, der Befindlichkeit der Dekanatskreise und der einzelnen Diakone.





