Diakone als Speerspitze

Bericht der Pressestelle des Bistums Rottenburg-Stuttgart (mit freundlicher Genehmigung von Frau Eva Wiedemann)

Täglich ist ein massiver Wandel erlebbar
Professor Dr. Rainer Bucher aus Bonn stellte seinen Vortrag unter den Titel „Wenn nichts bleibt, wie es war“. Er zeigte den Teilnehmenden die revolutionären Umbrüche in Kirche und Gesellschaft auf, die seiner Meinung nach heute viel schneller abliefen als in der Vergangenheit. „Sie erleben alltäglich einen massiven Wandel“, so Bucher. Es sei aber falsch, diese Situation lediglich zu bedauern. Schließlich habe gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie verwundbar der Mensch als Individuum und gesellschaftliche Strukturen insgesamt seien. Denn bis dahin habe die moderne Gesellschaft es weitgehend geschafft, die Gefahren des menschlichen Lebens durch kulturelle und technologische Ordnungsstrukturen in den Griff zu bekommen.
Heute steuert die Biografie die Religion
Bucher stellte die Frage, wie sich die Katholische Kirche in dieser Situation selbst neu „entwerfen“ könne. Gerade, wenn sie nicht mehr „Herrin“ ihrer Mitglieder sei. „Religion steuert nicht mehr Biografie, wie das noch bei meinen Eltern war“, erläuterte Bucher. „Sie lebten noch auf der Basis der normativen Vorgaben der katholischen Kirche.“ Das sei heute nicht mehr so. Vielmehr regiere heute die Biografie die Nutzung religiöser Orte. Diese sie daher situativ und interessensbezogen und das zeige eine völlig neues Nutzungsmuster von Religion auf. Für diesen gesellschaftlichen Veränderungsprozess könne die Kirche im Kern nichts, aber er sei für die Kirche maßgeblich.


