Jubiläumsfeier 50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Regensburg

Feier am 22.April 2023 in St.Emmeram/Regensburg und im Diözesanzentrum Obermünster

Die Lesung aus der Apostelgeschichte 6, 1-7, die Einsetzung der ersten sieben Diakone in der Urkirche, die alle mit Namen genannt wurden, war nicht nur zufällig in der Leseordnung des Tages - sie passte genau zum Anlass - so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg bei seiner Ansprache. So wie bei den Aposteln, bleibe man nicht anonym, wenn man dem Rufe Gottes folge. Die Berufung zum Dienst am Tisch (diakonia) und zum Verkündigungsdienst (mayrtyria) erschienen vielleicht auf den ersten Blick in einem gewissen Spannungsfeld, gehörten aber eigentlich wesentlich zusammen, da sie eine gegenseitige Ergänzung wären. Gerade in unserer Zeit sei der Dienst am Nächsten das stärkste Zeugnis unseres Glaubens. Als Vorbild nannte Bischof Rudolf den Heiligen Diakon Laurentius von Rom (†258) vor, der als „Caritasdirektor“ in Rom fungierte, und, als ihn der Kaiser nach den Schätzen der Kirche fragte, den Saal der Armenspeisung zeigte.
Priester und Diakone müssen bei den Menschen sein. Da könne der Fußballplatz oder andere weltliche Orte und Ereignisse sein, wenn dies auch stimmig und glaubhaft sei, vor allem aber müssten sie an den Krankenbetten und bei den Obdachlosen und Armen sein, die den eigentlichen Schatz der Kirche darstellten. Die Diakone sollten, so wie der Heilige Laurentius im 3. Jahrhundert, „Hand, Ohr und Herz des Bischofs und der Priester“ sein. Wenn er auf die vielen Tätigkeitsfelder der Diakone im Nebenberuf schaue – Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung – dann wisse er, sie seien das „Gesicht der Kirche“, durch sie werde auch mitten in der Welt Gott, Glaube und Kirche sichtbar und erlebbar.
Der Dank für 50 Jahre Ständiger Diakonat wurde vielfältig sichtbar: Je zwei Diakone versahen den Verkündigungsdienst bei Evangelium und Fürbitten sowie den Altardienst. Die Lesung wurde von der Sprecherin des Frauenkreises vorgetragen, Ministranten waren Kinder aus dem Diakonatskreis und dem der Bewerber, die Gaben wurden von Ehefrauen und den vier Diakonatsbewerbern zum Altar gebracht. Nicht nur die beiden Zeremoniare sind Ständige Diakone, sogar in der Kirchenmusik war an der Trompete ein Diakon vertreten. Den feierlichen Abschluss bildete eine Prozession aller anwesenden Diakone mit dem Bischof und dessen Konzelebranten in die Wolfgangskrypta zum Schrein des Bistumsheiligen.
Beim anschließenden Festakt im Diözesanzentrum Obermünster begrüßte der Bischöflich Beauftragte Dompropst Dr. Franz Frühmorgen die anwesenden Gäste und gab neben seiner Freude über das Jubiläum auch den Dank für das gute Miteinander an den Diözesanbischof und die Verantwortlichen für den Ständigen Diakonat weiter. Mit musikalischen Unterbrechungen war der Festakt geprägt durch weitere Programmpunkte: zum Einen durch einen Festvortrag von Prof. Dr. Rupert Scheule, selbst Ständiger Diakon, mit dem Thema "Mut zur Geistlichkeit. Sieben Thesen zum Ständigen Diakon fünf Jahrzehnte nach der Wiedereinführung seines Amtes". Prof. Scheule entwickelte aus dem Spannungsfeld einer "guten Asymmetrie" zwischen Mensch und Gott die Aufgabe einer sich entwickelnden und entgegenkommenden Geistlichkeit, in der im Sinne einer "representatio christi" Amtsträger und insbesondere Diakone in ihrer pastoralen Handlungsweise Zeugnis geben von "Gottes Zugehen auf die Welt". Zum Anderen wurde als Premiere ein Kurzfilm mit dem Thema "Dienen als Berufung" präsentiert, in dem Kaplan Leonard Skorczyk Ständige Diakone zu Fragen der Berufung und des diakonischen Selbstverständnisses in ihren Lebensvollzügen interviewte - ein gelungener Querschnitt zu der Vielfalt dieses pastoralen Berufes.
(Textauszüge von einer Pressemeldung des Bistums Regensburg, von Carl B. Prämassing/jas)





