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„Kirche – Gemeinschaft der Berufenen und weniger Institution“

Diakonenweihe Adalbert Zink
Datum:
Veröffentlicht: 29.10.22
Von:
hal

Predigt von Erzbischof Schick bei Diakonenweihe

Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick hat bei der Diakonenweihe dazu aufgerufen, das Institutionelle der Kirche abzubauen und sie als Gemeinschaft der Christinnen und Christen mehr aufzubauen.

Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick ruft dazu auf, das Institutionelle der Kirche abzubauen und sie als Gemeinschaft der Christinnen und Christen mehr aufzubauen. „Die Kirche der Zukunft wird aus Menschen bestehen, die verwirklichen, was Kirche im ursprünglichen Sinne heißt: ecclesia – Herausgerufen“, sagte Schick am Samstag bei der Weihe eines Ständigen Diakons im Bamberger Dom. In der Gemeinschaft der von Christus Berufenen gebe es speziell Gerufene, die Diakone, Priester und Bischöfe. Sie sollen allen in der Taufe Berufenen helfen, dass diese ihre Gaben leben und ihre Aufgaben erfüllen.

Schick warnte mit Blick auf Missstände und Missbrauch in der Kirche vor Pauschalurteilen, die immer falsch seien: „In der Kirche hat es unsägliche Untaten gegeben, und zugleich hat es auch immer die guten Werke gegeben in den Gottesdiensten und der Seelsorge, der Caritas und Diakonie.“ Böses komme auch dadurch zustande und werde gefördert, wenn die Institution ein Übergewicht bekomme, sie verherrlicht und geschützt werde.

„Wir müssen in der Kirche die Institution auf das Nötige zurückfahren und die authentisch-christlichen Individuen stärken; so lebt und wirkt Kirche zum Wohl der Menschen“, fuhr der Erzbischof fort.

Zum Diakon mit Zivilberuf wurde der aus Aschbach stammende Adalbert Zink geweiht. Diakone helfen dem Priester bei der Eucharistie, sie dürfen die Taufe spenden sowie bei der Trauung assistieren und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern, die Kommunion austeilen und den Segen spenden. Die Feier der heiligen Messe sowie das Spenden der Krankensalbung und des Bußsakramentes bleiben den Priestern vorbehalten. Bei Priesteramtskandidaten erfolgt nach einem Jahr Diakonat gewöhnlich die Priesterweihe. Es gibt in der katholischen Kirche auch Ständige Diakone, die größtenteils verheiratet sind und einen Zivilberuf ausüben, sowie Ständige Diakone im Hauptberuf.