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Vesperkirche St.Pius Wiedenbrück

Vesperkirche St. Pius, Wiedenbrück

Ein Bericht im Januar 2026 von Diakon Thomas Hunecke

Schon bevor in unsrem Bistum der Immobilienkonzept begann, gab es die Idee, die St. Pius Kirche in Reda-Wiedenbrück und das Gemeindehaus in besonderer Weise für soziale, karitative, diakonische Projekte zu nutzen. Gerade der Kirchenraum hatte sich durch den Zuzug vieler Geflüchtete aus der Ukraine verwandelt. Da das Gemeindehaus im Jahr 2022 für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wurde, wurde die Tafel in die Marienkapelle einer Seitenkapelle des Kirchraums verlegt. Zusätzlich entstand hier die Kleiderkammer. Auch nach der Wiedereröffnung des Gemeindehauses, blieben diese Einrichtungen in der Kirche.

Eine Idee war damals schon, in der Kirche eine Vesperkirchenwoche anzubieten. Durch die Zuweisung einer größeren Geldsumme durch die Caritas zum Thema „unser tägliches Brot" kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SkFM), die einen Kooperationspartner für dieses Projekt suchen

Die Verantwortlichen der Gemeinde haben diese Idee gerne und begeistert aufgenommen und im Pastoralteam, dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat abgestimmt und ich habe als Diakon den Auftrag erhalten, dieses Projekt umzusetzen. Dazu hat es mehrere Gespräche mit Verantwortlichen aus dem SkFM und der Vesperkirche in Gütersloh gegeben, in der es schon länger ein ähnliches Modell gibt. So wurde die Vesperkirche erstmalig 2023 in der Pius Kirche umgesetzt. Von Anfang an haben wir dieses Projekt als ein ökumenisches Projekt gesehen und es mit dem SkFM und in Zusammenarbeit mit der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde geplant und durchgeführt.

Die Idee:

An 6 Tagen haben wir Menschen zu einer gemeinsamen Mahlzeit in die Piuskirche einladen in der Regel in der Zeit zwischen 17.30 Uhr und 21.00 Uhr, sie bewirtet, ins Gespräch miteinander gebracht und den jeweiligen Tag durch kulturelle und/oder spirituelle Impulse bereichert. Dabei war es unser Ziel, dass Menschen der (Rheda-Wiedenbrücker) Stadt-Gesellschaft zusammensitzen unter dem Kirchendach an gedeckten Tischen: bunt, vielfältig, quer durch die verschiedenen Milieus und sozialen Schichten. Alle sind willkommen, Platz zu nehmen und Gastfreiheit zu erleben; Lebensgeschichten haben Raum; Menschen, die keine Ahnung vom Leben anderer haben, entwickeln ein Gespür füreinander; überraschende Begegnungen geschehen und was daraus erwächst ist offen ...“

Das Konzept besagt auch, dass es keine Armenspeisung ist. Eingeladen sind alle Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten und Zugehörigkeiten. Es soll Begegnung ermöglich werden, die dazu dient, dass unterschiedliche Menschen sich wahrzunehmen, kennenlernen, Vorurteile überwinden, zueinander finden. Es ist auch ein Projekt gegen die Einsamkeit und Isolation.

Die St. Piusgemeinde fungiert als Träger. Aber es ist ein offenes Angebot ist, das alle Menschen anspricht, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft.

Die Umsetzung:
Im November 2025, haben wir diese Vesperkirchen-Woche zum dritten Mal durchgeführt. Möglich wurde dies, da es viele ehrenamtliche Mitarbeitende gab, sowohl aus den Gruppierungen und Verbänden, aus den Kirchengemeinden und anderen in der Integration beschäftigten Vereinen, die mit viel Engagement zur Umsetzung dieser Vesperkirche Woche beigetragen haben. Geplant waren jeweils ca.  150 Essen. Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir in diesem Jahr an den letzten 2 Angebotstagen noch einmal um 25 Essen aufgestockt. Mehr als 120 ehrenamtlich Mitarbeitende haben unsere Gäste begrüßt, an den Tischen bedient und Gesprächsangebote gemacht.

Die begleitenden Angebote waren breit aufgestellt und überwiegend musikalisch geprägt. Es gab einen Familiengottesdienst ebenso wir Aufführungen der Karnevalsgarden. Eine begleitete Spielecke gab es durchgängig als Angebot für die Kleineren.

Möglich wurde die Umsetzung durch finanzielle Unterstützung der Caritas (unser tägliches Brot), der Sparkassen und Banken, und unterschiedlicher Sponsoren, wie den Rotariern oder heimischen Firmen. Erstmalig gab es auch eine finanzielle Unterstützung durch das Erzbistum Paderborn. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit während der Vesperkirche Geld in eine Spendenbox zu geben. Das gesamte Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden.

Das Projekt fand eine große Öffentlichkeit. Es wurde unterstützt durch die heimische Presse, durch Rundfunkbeiträge und sogar das WDR Fernsehen hat darüber berichtet.

Die Perspektive:

Im Rahmen der Vereinbarung zum Immobilienprozess, ist mittlerweile festgelegt worden, dass für den pastoralen Raum Reckenberg die Pius Kirche und das Gemeindehaus zu einem diakonischen karitativen Zentrum entwickelt und erweitert werden soll. Von hier aus sollen soziale Projekte initiiert und umgesetzt werden. Ebenso soll hier eine Ehrenamtskonzept weiterentwickelt und umgesetzt werden. Ein Baustein davon wird auch zukünftig die Vesperkirche-Woche sein (sofern sie weiter durch Spenden finanziert werden kann).

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